Erbrecht und Vermögensnachfolge in Mannheim, Speyer und Bensheim

Wir beraten Sie umfassend zu den Themen Erbrecht, Pflichtteilsrecht, Testamente, Erbauseinandersetzung und Testamentsvollstreckung durch unsere Spezialistinnen im Erbrecht und der Vermögensnachfolge in Mannheim, Speyer und Bensheim.

Ihre Ansprechpartnerinnen im Erbrecht und Vermögensnachfolge bei Pabst|Lorenz + Partner sind:

Fachanwältin für Erbrecht, zertifizierte Testamentsvollstreckerin (DVEV), Wirtschaftsmediatorin

Zertifizierte Unternehmensnachfolgeberaterin (zentUma e.V.)

 

In der Bundesrepublik Deutschland werden nach Angaben des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung jährlich mehrere Milliarden Euro vererbt. Nur etwa jeder Vierte hat nach einer Emnid-Studie allerdings für den Erbfall vorgesorgt und ein Testament errichtet. Viele dieser oft ohne fachkundigen Rat errichteten letztwilligen Verfügungen sind unwirksam oder führen nicht zu dem beabsichtigten Ergebnis. Wurde zu Lebzeiten nichts geregelt, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Auch diese entspricht meist nicht den Vorstellungen des Erblassers. Es ist daher äußerst wichtig, dass sich jeder rechtzeitig über die erbrechtliche Situation nach seinem Tod informiert und Maßnahmen für den Erbfall trifft.

Die eigene Vermögensnachfolge sollten Sie nicht dem Zufall überlassen. Es steht zu viel auf dem Spiel. Sowohl der Fortbestand Ihres Vermögens, als auch der Familienfrieden sind gefährdet. Erbrechtliche Streitigkeiten enden häufig in langwierigen und emotional sehr belastenden Auseinandersetzungen, die äußerst kostenintensiv sein können.

Wir beraten Sie in unseren Kanzleiräumen in Mannheim, Speyer und Bensheim oder gerne auch bei Ihnen vor Ort zu sämtlichen erbrechtlichen Themen und erstellen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Testamente, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Daneben unterstützen wir Sie auch nach dem Erbfall bei der Geltendmachung und Abwehr von Pflichtteilsansprüchen, im Rahmen von Erbauseinandersetzungen oder bei der Durchsetzung eines Vermächtnisses. Wir vertreten Sie sowohl außergerichtlich als auch vor Gericht sowie im Rahmen von Mediationsverfahren.

Unsere Leistungen im Bereich Erbrecht und Vermögensnachfolge

Testamentsgestaltung

Wir erstellen für Sie Testamente, die individuell auf Ihre persönlichen Verhältnisse zugeschnitten sind. Wenn Sie ein Testament errichten, so richtet sich die Erbfolge ausschließlich nach den im Testament enthaltenen Anordnungen. Die Verfügungen im Testament sind immer vorrangig. Die gesetzliche Erbfolge tritt nur dann ein, wenn Sie keine Verfügung von Todes wegen errichtet haben.

Mit einem Testament können Sie die Erbfolge nach sich selbst bestimmen. Verfügungen von Todes wegen enthalten in erster Linie Erbeinsetzungen. Sie können in einem Testament oder Erbvertrag aber auch festlegen, welche Person auf keinen Fall Erbe werden soll. Neben der Einsetzung einer oder mehrerer Personen zu Ihren Erben, können Sie Ihr Vermögen auch durch die Anordnung von Vermächtnissen, Teilungsanordnungen oder Auflagen verteilen. Sie können Ihren Nachlass aber auch mehreren Personen zeitlich nacheinander zuwenden, indem Sie testamentarisch eine Vor- und Nacherbschaft anordnen.

Verfügungen von Todes wegen sind das Testament und der Erbvertrag. Bei Testamenten unterscheidet man das Einzeltestament, in welchem nur eine Person ihren letzten Willen niederlegt, vom sogenannten gemeinschaftlichen Testament. Das gemeinschaftliche Testament enthält in einer Urkunde die letztwilligen Verfügungen mehrerer Personen. Die Möglichkeit zur Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments hat der Gesetzgeber allerdings nur Ehegatten und Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft vorbehalten. Während Testamente auch durch eigenhändige Schrift des Erblassers errichtet werden können, bedürfen Erbverträge stets der Beurkundung durch einen Notar.

Berliner Testament

Ehegatten können ein Testament gemeinsam errichten. Ein solches Testament bezeichnet man als gemeinschaftliches Testament oder Ehegattentestament.  Die Besonderheit des gemeinschaftlichen Testamentes besteht darin, dass beide Ehegatten in einer Urkunde Verfügungen für ihren Erbfall treffen. Die Ehegatten können alle zulässigen letztwilligen Verfügungen anordnen. Die bekannteste Form des gemeinschaftlichen Testaments ist das sogenannte „Berliner Testament“, in dem sich die Eheleute für den ersten Erbfall gegenseitig zu Alleinerben einsetzen und für den zweiten Erbfall ihre Kinder zu Schlusserben bestimmen.

Ein Berliner Testament hat Vor- und Nachteile. Vorteilhaft ist, dass der überlebende Ehegatte nach dem ersten Erbfall grundsätzlich frei über das durch Erbfall erworbene Vermögen verfügen kann und in seiner Flexibilität nicht eingeschränkt ist. Allerdings sieht er sich ggf. den Pflichtteilsansprüchen der auf den Tod des erstversterbenden Ehegatten von der Erbfolge ausgeschlossenen Kinder ausgesetzt. Die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen kann den überlebenden Ehegatten in finanzielle Bedrängnis bringen. Der Pflichtteilsanspruch ist ein reiner Geldanspruch, der mit dem Erbfall fällig wird und zu erfüllen ist. Ein weiterer Nachteil des Berliner Testamentes ist die Tatsache, dass der überlebende Ehegatte an den Verfügungen für seinen eigenen Erbfall nach dem Tod seines Ehegatten nichts mehr ändern kann. Er ist an die Regelungen im Testament gebunden. Auch unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten kann sich ein Berliner Testament negativ auswirken. Da die Kinder aufgrund der gegenseitigen Alleinerbeneinsetzung der Eheleute im ersten Erbfall von der Erbfolge ausgeschlossen werden, verlieren sie ihren Erbschaftsteuerfreibetrag nach dem erstversterbenden Ehegatten, was bei größeren Vermögen zum Anfall einer vermeidbaren Erbschaftsteuer führen kann.

Behindertentestament

Sinn und Zweck eines Behindertentestamentes ist die Steigerung der Lebensqualität des behinderten Kindes durch Vermeidung der Zugriffsmöglichkeit des Sozialhilfeträgers auf das von ihm geerbte Vermögen. Durch die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft in Kombination mit einer Testamentsvollstreckung wird das Vermögen des Behinderten geschützt und gleichzeitig gewährleistet, dass er aus dem Vermögen Zuwendungen zur Verbesserung seiner Lebensqualität erhält.

Testamentsvollstreckung

Mehr zu dieser Leistung erfahren Sie hier.

Erbauseinandersetzung und Teilungsversteigerung

Unsere Fachanwältin für Erbrecht berät und unterstützt Sie als Mitglied einer Erbengemeinschaft bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft.

Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, so bilden diese nach Eintritt des Erbfalles eine Erbengemeinschaft. Im Wege der Gesamtrechtsnachfolge geht der gesamte Nachlass als Gesamthandsvermögen auf die Erbengemeinschaft über und muss von den Erben bis zur Auseinandersetzung gemeinschaftlich verwaltet werden. Das führt in der Praxis häufig zu Problemen.

Erbengemeinschaften sind die Regel, wenn der Erblasser weder ein Testament, noch einen Erbvertrag errichtet hat. Sie entstehen mit dem Erbfall ohne Zutun und unabhängig vom Willen der Erben kraft Gesetzes, wenn im Erbfall mehrere Erben zur Erbfolge gelangen.

Erbengemeinschaften können sich aber auch infolge gewillkürter Erbfolge bilden.  Der Erblasser kann durch eine testamentarische Regelung das Entstehen einer Erbengemeinschaft herbeiführen oder auch verhindern.

Eine Erbengemeinschaft ist regelmäßig nur eine Gemeinschaft auf Zeit. Jeder Miterbe kann zu jeder Zeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft und die Verteilung des Vermögens unter den Miterben entsprechend der Erbquoten verlangen. Trifft der Erblasser allerdings keine Anordnung, wie der Nachlass unter den Erben zu verteilen ist, kann eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft erst nach Herbeiführung der Teilungsreife erfolgen. Hierfür muss der Nachlass nach den gesetzlichen Regelungen versilbert werden. Grundstücke müssen der Teilungsversteigerung zugeführt und sonstige Nachlassgegenstände durch Pfandverkauf veräußert werden. Erst dann kann der Nachlass unter den beteiligten Miterben aufgeteilt werden.

Abwehr und Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen

Wir vertreten Sie in sämtlichen Pflichtteilsangelegenheiten außergerichtlich und vor Gericht, unabhängig davon, ob es um die Geltendmachung oder um die Abwehr von Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüchen geht.

Enterbt der Erblasser einen seiner Verwandten durch Testament oder Erbvertrag, so kann dies einen Pflichtteilsanspruch auslösen. Voraussetzung ist, dass die enterbte Person zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen zählt. Wer pflichtteilsberechtigt ist, ist im Gesetz abschließend geregelt. Es sind dies die Abkömmlinge des Erblassers, sein Ehegatte oder Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie die Eltern des Erblassers, sofern der Erblasser keine Abkömmlinge hinterlässt.  Kein Pflichtteilsrecht haben Geschwister sowie entferntere Verwandte des Erblassers.

Der Pflichtteilsanspruch ist ein reiner Geldanspruch. Der Höhe nach orientiert er sich einerseits am Wert des vorhandenen Nachlasses. Andererseits ist für seine Höhe die gesetzliche Erbquote des Pflichtteilsberechtigten maßgeblich. Die Pflichtteilsquote entspricht immer der Hälfte der gesetzlichen Erbquote.

Bei der Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen muss zwischen den einzelnen Pflichtteilsansprüchen und deren Berechnung unterschieden werden. Neben dem sogenannten ordentlichen Pflichtteilsanspruch, der sich aus dem zum Zeitpunkt des Erbfalls vorhandenen Nachlass berechnet, steht dem Pflichtteilsberechtigten unter bestimmten Voraussetzungen ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zu. Ein solcher kommt immer dann in Betracht, wenn der Erblasser zu seinen Lebzeiten innerhalb von 10 Jahren vor seinem Tod Schenkungen gemacht hat.